Wer ist Herbert Woskocki?

Der Enkel eines polnischen Landarbeiters namens Kazimierz Woskocki, geboren am 29. November 1889 in Lwow, der im Zuge der Kriegsereignisse vor der heranrückenden russischen Armee so wie viele andere in die Reichshauptstadt Wien floh. Vom Wehrdienst durch einen auffälligen Klumpfuß befreit, gründete er in der Breite Gasse eine Wachszieherfabrik und sicherte sich mit Pat.Nr. 33422/07/9991 das alleinige Recht zur Fabrikation "wachsumflorter Dekoration von Kaiserbildern", ein Umstand der kurzzeitig eine Rolle spielen sollte, als nämlich ein gewisser Adolf Schickelgruber 1919 sich auffällig für diese Technik interessierte und Woskocki ab 1938 auf seltsame Weise Optimismus versprühte und vom Kopfschütteln seiner Umgebung begleitet ein Fabriksareal in der Nähe der alten Wienerberg-Ziegelgründe erwarb und Pläne zum Bau einer gewaltigen Fabrikationsanlage bereits einreiche, ehe ihn 1939 der Schlag ereilte - es kam nie zur weiteren Ausführung der Pläne, die Witwe namens Anna-Maria saß nur noch auf einem Berg Schulden und mußte rasch nach dem Ableben ihres Gatten dessen Erwerbungen abstoßen Sie befinden sich heute in Besitz der gleichnamigen Wienerberg-Ziegelindustrie, noch spezifischer ist das heutige Budo-Center auf den ersten Fundamentresten der Woskocki'schen Fabrikationshallen errichtet, angeblich wurden Zementteile sogar wiederverwendet, vornehmlich im Parkplatzbereich.

Somit wuchs die Mutter unseres Herbert in rasch zunehmend bescheidenen Verhältnissen auf, zumal ihr Gatte, des Kazimierz einziges Kind, der Sohn Mitja (mit Datum Feber 1938 geburtsurkundlich vermerkt in Manfred umgeändert, die Originaldokumente sind in den Wirren von 1945 verschwunden) von wenig Geschäftsglück begleitet die Gaststätte "Grienes Stüberl" im heutigen 10. Bezirk (Nähe Ecke Troststraße/Laxenburgerstraße) führte, mit welchem er nach wenigen Jahren bereits den Bankerott anzumelden hatte. Trotz mehrmaliger Versuche, in verschiedenen Branchen (u.a Holzbeinerzeugung aus tibetanischem Kanupke-Holz, eine Baumart von der es aber leider nur noch ein knappes Wäldchen gab, darnach Erzeugung für neuartige Gummizüge für Unterhosen für beleibte Herren, die nie lasch wurden, dafür aber sich auch nicht dehnten) fuß zu fassen blieben die Familienverhältnisse der Mutter wie Herberts selber zunmehmend bescheidener. Ehe der Vater Manfred gar 1968 das Zeitliche segnete - die näheren Umstände seines Todes blieben immer ein wenig ungeklärt, man fand ihn eines Morgens leblos auf einem Parkbänkchen im Waldmüllerpark, mit einem seligen Lächeln auf den Lippen, trotz des Messers im Rücken, wie es lt. Polizeiprotokoll heißt.

Herbert Woskocki, der dritte und jüngste Sohn der fünf Kinder (drei Knaben, zwei Mädchen) des Paares Woskocki II mußte früh lernen, sich sein Leben in jenem Wechsel zwischen mehr glorifizierter denn glorioser Vergangenheit und hochfahrender Zukunftsvorstellungen einzurichten, was ihm zumindest bis zum Abschluß der Handelsschule der Wiener Kaufmannschaft im 5. Bezirk auch gut zu gelingen schien. Es folgte Militärdienst - nur bedingt tauglich durch eine angeborene rheumatische Schwäche im rechten Fuß richtete er sich befehlsgemäß in der Küche der Trostkaserne ein - sowie nach einigen Beschäftigungsversuchen (Verkauf), bei denen seine hohe Qualifikation und seine Bereitschaft für neue Ideen stets verkannt wurde, landete er als Trainee bei Semperit. Dort lernte er auch seine erste Frau kennen, ehe ihn mancher Schicksalsschlag erreichte. Wie der Tod der Mutter, bei deren Begräbnis Herbert letztmals seine letzte noch lebende Anverwandte, die älteste Schwester Margarethe sah, die wie man hört in München lebt und nichts mehr mit ihrer Vergangenheit zu tun haben will. Schändlich genug. Aber seien Sie sich dessen bewußt: Sie erhalten hier Hintergrundinformationen, die niemand sonst weiß.

Schicksalsschläge, welche unser Held mit großer seelischer Stärke bewältigte, nicht zuletzt durch seine Leidenschaft für Modellflugzeuge gewisser Typen, seine fast kindische Bereitschaft selbst wieder Kind zu werden, und seine Bereitschaft zu erfassen, was es zu denken gibt.

Soviel zu mancher Vergangenheit, die durchaus einiges Heute zu beleuchten vermag. Woskocki hat sein Schicksal aber zu meistern verstanden. Wer mehr über Herbert Woskocki erfahren möchte ist deshalb eingeladen, die hier gegebenen gewiß spärlichen Ausführungen an einem der Kennenlernabende durch aktuelle Eindrücke zu ergänzen. Denn da steht ein Mann, 43, der eine Frau sucht. Und ganz Wien mit diesem Hilfeschrei ausplakatiert, ja ganz Österreich einbezieht.

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